24. März 2014

Die Schleuseninsel muss als Natur- und Freizeitrefugium erhalten bleiben!

Gemeinschaft regionaler Natur- und Umweltschutzverbände –Wilhelmshaven und Umzu (GNU)

  • Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems e.V. (BSH) Kreisgruppe Wilhelmshaven
  • Bund für Umwelt und Naturschutz Niedersachsen e.V. (BUND) Kreisgruppe Wilhelmshaven
  • Deutscher Alpenverein e.V. (DAV) Sektion Wilhelmshaven
  • Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen e.V. (LBU) Vertretung Wilhelmshaven
  • Naturfreunde Deutschlands e.V. Ortsgruppe Wilhelmshaven
  • Naturschutzbund Deutschland (NABU) Wilhelmshaven e.V.
  • Tierschutz-Aktiv-Friesland und Umzu e.V.

Gemeinsame Erklärung der GNU zur geplanten gewerblichen Nutzung der Schleuseninsel:

Die Schleuseninsel muss als Natur- und Freizeitrefugium erhalten bleiben!

Das Gebiet nordöstlich des Fluthafens bietet sowohl einer vielfältigen Freizeitnutzung als auch der unbeeinträchtigten Natur ausreichend Raum. Der Seedeich mit den vorgelagerten Molenköpfen der 2. und der 3. Einfahrt werden sommers wie winters gerne zum Spazieren und Verweilen mit abwechslungsreichen ‚Rundumblicken’ über Land und Meer genutzt. Zwischen Deich und Schleusenstraße haben sich die Freizeitgärtner ihre grüne Idylle geschaffen. Daran schließen sich artenreiche Grünlandflächen und ein Birkenwäldchen an. Darin eingebettet ein Weiher, Schilfröhricht und Sandtrockenrasen, in denen seltene und geschützte Tier- und Pflanzenarten leben. Auch ein Fledermausquartier befindet sich in diesem Abschnitt.

Die Schleuseninsel bietet somit eine sinnvolle Ergänzung zu den vielfältigen Vergnügungsangeboten am Südstrand. Gleichzeitig ist eine wertvolle Naturoase entstanden. Es gibt also viele Gründe, die Schleuseninsel in ihrer heutigen Erscheinungsform zu erhalten.

Der Rat der Stadt hat dagegen etwas anderes beschlossen: Mit seiner Zustimmung zum Bebauungsplan Nr. 150 hat er ein Teilgebiet zur Vermarktung an Hafenumschlags-, Transport- und Montagebetriebe freigegeben. Das Plangebiet schließt zudem die Bucht vor dem denkmalgeschützten hafenseitigen Schleusentor der 2. Einfahrt  - bzw. südlich vom ‚Neuen Hafentor’ - mit ein. Sie soll für den Bau eines Terminals für den Hafenumschlag zugeschüttet werden.

Doch damit nicht genug:

Die Eigentümerin dieses Gebiets, die landeseigene „Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG“ (N-Ports), geht mit ihren Vorstellungen gar noch zwei Schritte über den rechtswirksamen Bebauungsplan hinaus:

  • Sie möchte auf der Seeseite das Watt zwischen der denkmalgeschützten 2. sowie der 3. Einfahrt zur Schaffung eines weiteren Hafenumschlag-Terminals aufspülen.
  • Auch die ökologisch wertvolle Naturlandschaft zwischen den Freizeitgärten und dem Grenzzaun der Marine soll dem Hafenareal zugeschlagen werden. In diesem Bereich steht zudem das Baudenkmal Signalturm.

Damit würden auch die vier Lebensräume, die nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt sind, zerstört: Der Weiher als naturnahes Binnengewässer, Schilfröhricht, Trockenrasen und Schlickwatt.

Auf Kosten von Natur- und Denkmalschutz sowie Freizeitaktivitäten soll auf der Schleuseninsel also ein Industriehafen entstehen, der ausschließlich über den Südstrand für Autos und Schwerlastverkehr zugänglich ist. Hotels, Gastronomie, Aquarium, Wattenmeerhaus und Marinemuseum sollen künftig ihren Gästen Lärm, Abgase und Gefährdung beim Überqueren der Straße zumuten. Die negativen Folgen werden also weit über die Schleuseninsel hinausreichen und dürften dem Tourismusbetrieb am Südstrand kaum förderlich sein.

Wir sehen uns deshalb dazu veranlasst, jegliche Hafenplanung auf der Schleuseninsel abzulehnen.

An Stelle dessen sprechen wir uns für die Erhaltung und Weiterentwicklung der Schleuseninsel als Naturerlebnis- und Freizeitidylle aus.

Hierzu ist die Einstellung der hafenwirtschaftlichen Erweiterungspläne durch N-Ports sowie die entsprechende Umwidmung des Bebauungsplans Nr. 150 erforderlich.

V.i.S.d.P.:

Jochen Martin

Tel.: 04421/34734

Email: martin.jochen@t-online.de

 

 

7. März 2014

Hände weg von Klein Wangerooge!

Ende Oktober 2013 beauftragte der Rat der Stadt die Verwaltung, einen Campingplatz am Standort "östlich Klein-Wangerooge" (200 Stellplätze!) planungsrechtlich zu sichern. Naturschützer und andere Freunde des naturnahen Erholungsgebietes waren alarmiert. Unsere BUND Kreisgruppe war in den letzten Wochen mit Vertretern des Rates und auch mit der Wilhelmshavener Zeitung vor Ort, um die Problematik aufzuzeigen.
Hier das Positionspapier, das der BUND allen Ratsmitgliedern zukommen lassen hat und das als Diskussionsgrundlage gern weiterverteilt / geteilt werden darf:

Campingplatz am Banter See?

Auf den ersten Blick scheint eine gute Idee zu sein, bei Klein Wangerooge einen Campingplatz zu bauen. Schließlich will man dem Tourismus in der Stadt mehr Raum geben. Aber es wäre ein großer Fehler, denn man würde den Charme des Gebietes unwiederbringlich zerstören. Naturschutz, naturnahe Erholung für Einheimische sowie deren Bereitschaft, sich für ihre Stadt zu engagieren, würden auf der Strecke bleiben.
Lebensraum heute
Dort, wo der Campingplatz entstehen soll, befindet sich heute Sandtrockenrasen, umsäumt von Bäumen und Sträuchern. Angrenzend findet man Schilfröhricht, Weiden-Sumpfwald und Kleingewässer. Hier leben seltene Arten wie Mauerraute - Asplenium ruta-muraria, EchtesTausendgüldenkraut - Centaurium erythraea, Wasserfeder - Hottonia palustris, Europäische Stechpalme - Ilex aquifolium, Knotiges Mastkraut - Sagina nodosa und die beiden Orchideenarten Breitblättriger Stendelwurz - Epipactis helleborine und Großes Zweiblatt - Listera ovata.
Klein Wangerooge ist ein schönes Beispiel dafür, dass sich Naturschutz und Naherholung nicht widersprechen müssen, sondern hervorragend nebeneinander existieren können.
Trockenrasen und Röhricht sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützte Lebensräume. Das hat gute Gründe, denn diese Lebensräume sind auf der Roten Liste der gefährdeten Biotope als stark gefährdet eingestuft. Eine Beeinträchtigung und Zerstörung ist grundsätzlich verboten. Eine Ausnahme von diesem Verbot ist nur möglich, wenn es für den Eingriff keine Alternative gibt und dieser ausgeglichen werden kann. Eine Befreiung von dem Schutz ist nur bei überwiegendem öffentlichem Interesse, dem nicht anders Rechnung getragen werden kann, möglich. Es dürfte kaum glaubhaft zu machen sein, dass dies die einzige Stelle in Wilhelmshaven ist, an der ein Campingplatz möglich ist.
Naherholung heute
Klein Wangerooge hat zweifellos durch die Wasserqualität des Banter Sees an Attraktivität verloren, es ist aber immer noch ein beliebtes Naherholungsgebiet in schöner Umgebung. Dort, wo man heute Beach-Volleyball spielen kann oder unter Bäumen und Büschen Wind- und Sonnenschatten suchen und in kleinen Nischen seine Ruhe finden kann, sollen 200 Stellplätze entstehen. Für die Wilhelmshavener bleibt dann nur die Wiese direkt anschließend an die Badestelle. Hier darf man dann neben dem Zaun zum Campingplatz nebeneinander liegen. Abendliche Feten werden künftig um 22:00 Uhr zu Ende sein, schließlich wollen die Urlauber sich erholen. Fast jeder Wilhelmshavener erinnert sich an nette Zusammenkünfte in Klein Wangerooge in seiner Jugend. Ist es das wert, dies alles zu zerstören und durch Autoverkehr und 200 meist betonierte Plätze auf einem Campingplatz zu ersetzen?
Lohnt sich Engagement für diese Stadt?
Mit viel Zeit und Energie haben sich Wilhelmshavener Bürger gemeinsam Gedanken gemacht, wie der Banter See in Zukunft aussehen soll. Auf der Banter See Konferenz wurde ein Vorschlag für die künftige Nutzung des Banter Sees erarbeitet. Klein Wangerooge ist auf der Karte, die als Ergebnis der ersten Konferenz veröffentlicht wurde, als Fläche für „Baden und Ergänzung“ eingetragen – mit anderen Worten, man ist dafür, die bisherige Nutzung zu erhalten. Flächen für einen Campingplatz sind in der Karte am Nordufer des Sees vorgesehen.
Noch bevor die zweite Banter See Konferenz tagt, versuchen Verwaltung und Rat, die Filetstücke am Banter See zu vermarkten. Damit wird ohne Not der Gestaltungsspielraum am Banter See drastisch eingeengt. Auch bei STEP plus wurde mehrfach gefordert, dass für den Banter See ein Gesamtkonzept erstellt werden müsse. Mit einer solchen Maßnahme werden diejenigen, die sich engagiert haben, vor den Kopf gestoßen. Die Verantwortlichen täten gut daran, der Politikverdrossenheit nicht noch weiter Vorschub zu leisten, sondern die Wünsche der Bevölkerung ernst zu nehmen.
Bislang gibt es nur einen Planungsauftrag des Rates an die Verwaltung. Noch ist es nicht zu spät, die Überlegungen anhand der hier vorgebrachten Fakten zu revidieren.
Die BUND Kreisgruppe Wilhelmshaven fordert, Klein Wangerooge mit seinen geschützten Biotopen in der jetzigen Nutzung zu erhalten und einen anderen Standort für einen Campingplatz zu suchen.

12. September 2012

Eine runde Sache: Unser Apfelfest im Botanischen Garten

Apfelfest im Botanischen Garten Wilhelmshaven
Sonntag, 07. Oktober 2012, 11 - 17 Uhr

Eintritt frei!

Pomona, die römische Göttin der Baumfrüchte, würde lächeln, wenn sie am 07. Oktober zwischen 11 und 17 Uhr den Botanischen Garten Wilhelmshaven betreten würde, denn sie ist die Göttin der Baumfrüchte.
Früher gab es allein in Norddeutschland an die 4000 Apfelsorten.
Wir setzen uns dafür ein, dass von dieser Vielfalt an Geschmack und Eigenschaften möglichst viel erhalten bleibt.
Als Streuobstwiese bieten alte Obstbäume darüber hinaus einen wertvollen Lebensraum.

Der Apfel ist es wert, sich mit ihm zu beschäftigen.
Auch in Mythen, Legenden, Märchen und sogar der Bibel spielt er eine Rolle: schon Eva benutzte ihn, um Adam zu verführen, Schneewittchen verfiel nach einem Biss in tiefen Schlaf und die Zeilen „In einem kleinen Apfel, das sieht es niedlich aus, es sind darin fünf Stübchen….“ kennt sicher beinahe jede/r.
Eine runde Sache also, die wir Ihnen an diesem Tag etwas näher bringen möchten.

Kulinarisches

Neben der Verkostung von Äpfeln in Form von knackigem Obst und goldenem Saft bietet das Gartencafé selbstgebackenen Apfelkuchen und Kaffee.
Wem der Sinn eher nach kühlen Getränken steht, kann Cidre, Calvados und weitere geistvolle Getränke bekommen, die aus Äpfeln gewonnen werden - Andreas Schütz vom Bismarckkontor hat Leckeres dabei.

Und „Ihr Bioladen Naturata“ bietet Kulinarisches zum Kauf feil - selbstverständlich Produkte rund um den Apfel.

An apple a day keeps the doctor away - besuchen Sie das Apfelfest im Garten und finden Sie heraus, welche gesunde und frische Vielfalt aus der Region sich dafür anbietet.
Der Eintritt ist frei.

Programm

11 - 17 Uhr

  • Vorstellung von ca. 30 - 40 Apfelsorten, die in Wilhelmshaven wachsen, einige Sorten können probiert werden.
  • Saftpresse: alte Apfelsorten flüssig probieren
  • Kartierung von Apfelsorten: Wenn Sie fünf Äpfel mitbringen, versucht Marita Tiarks die Apfelsorte zu bestimmen.
  • Der NABU präsentiert Kästen für Fledermäuse, Insekten und Vögel
  • Vogelgewinnspiel für Kinder
  • grün & bunt bieten vor allem den Kindern Äpfel für alle Sinne
  • Der Imkerverein informiert über Bienen und Obstbau und verkauft Imkerhonig

12 - 16 Uhr
Livemusik: Die vierköpfige Band „Beltane“ untermalt das Fest mit Folksongs

11. 30, 13.30, 15.30 Uhr
Athena Schreiber (Landesbühne) erzählt Apfelmärchen aus aller Welt

14 Uhr
Andacht zu Erntedank; Pastor Nico Szameitat, Kirchengemeinde Heppens

15 Uhr
Vortrag „Wilhelmshavener Streuobstwiesen“ Ralf Kohlwes, Fachbereich Umwelt

Veranstaltungsort:

Botanischer Garten
der Stadt Wilhelmshaven
Gökerstraße 125
26384 Wilhelmshaven
Telefon 04421-161401

Sponsoren und Spenden

Die Veranstaltung wird durch „Bürger für Wilhelmshaven e.V.“ und „Soroptimist International Club Wilhelmshaven“ unterstützt.

Der Fachbereich Umwelt und der Freundeskreis haben eine Handysammelaktion durchgeführt. Für jedes eingesammelte Handy zahlt die Deutsche Umwelthilfe einen Betrag für das Apfelfest. Beim Apfelfest können noch einmal Handies abgegeben werden!

Danke an alle Spender!

Veranstalter:

Im vergangenen Jahr hat die Kreisgruppe des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erstmals eine Apfeltag mit einem Infostand in der Nordseepassage organisiert. Aufgrund der großen Resonanz wurde für diesen Herbst ein Apfeltag im größeren Rahmen geplant, für den folgende Mitveranstalter gewonnen wurden:

  • Naturschutzbund Deutschland (NABU) Wilhelmshaven e.V.
    www.nabu-wilhelmshaven.de
  • Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems e.V. in Wilhelmshaven (BSH)
    www.bsh-natur.de
  • Fachbereich Umwelt der Stadt Wilhelmshaven
  • Botanischer Garten der Stadt Wilhelmshaven
  • Freundeskreis Botanischer Garten Wilhelmshaven e.V.
    www.wilhelmshaven.de

Der Voslapper Groden muss Naturschutzgebiet bleiben!

 

Presseerklärung zur Ankündigung einer Machbarkeitsstudie zur gewerblichen Nutzung des Naturschutzgebiets Voslapper Groden Süd

Gemeinsame Erklärung der Gemeinschaft regionaler Natur- und Umweltschutzverbände – Wilhelmshaven und Umzu (GNU) vom Februar 2012


Der Voslapper Groden Süd muss Naturschutzgebiet bleiben!


Die Ankündigung einer Machbarkeitsstudie mit der Option einer gewerblichen Nutzung des Naturschutzgebiets Voslapper Groden Süd durch den Geschäftsführer der JadeWeserPort Logistics Zone veranlasst die in der Gemeinschaft GNU zusammengeschlossenen regionalen Natur- und Umweltschutzverbände zu dieser

Resolution:

1. Der südliche Voslapper Groden ist in unserer Küstenregion ein einmaliges Refugium für Flora und Fauna - Rückzugsgebiet für seltene und vom Aussterben bedrohte Arten. Er hat sich durch ungleiche Aufspülhöhen, fehlende Entwässerung und die vielfältigen Bodenmischungen aus mehreren Erdzeitaltern in einer 35-jährigen Brache zu einem Lebensraum entwickelt, der nicht zu ersetzen ist.

2. Das Gebiet steht mit seinen 27 verschiedenen Biotoparten und seinen 91 geschützten Pflanzen- und Tierarten unter dem Schutz europäischen und nationalen Rechts und grundsätzlich nicht zur Disposition kommunaler Planung für Gewerbeansiedlungen. Der Europäische Gerichtshof hat in einem die Leybucht betreffenden Urteil entschieden, dass nur der Schutz der menschlichen Gesundheit und die öffentliche Sicherheit Vorrang haben können.

3. Die GNU verschließt sich nicht der Wirtschaftsförderung in Wilhelmshaven und Umgebung. Die in dieser Gemeinschaft verbundenen Organisationen bieten ihre spezielle Expertise konstruktiv zur Mitwirkung bei der Planung von Gewerbeflächen an. Eine Vernichtung des Naturkleinods Voslapper Groden Süd würde jedoch auf entschlossenen Widerstand stoßen.

4. Wehret den Anfängen! Der Auftrag für die Machbarkeitsstudie wird von der GNU als Warnzeichen verstanden. Die Studie wird sich naturgemäß auf die Suche nach Schlupflöchern zur Umgehung des Schutzstatus konzentrieren. Die GNU wird die weitere Entwicklung aufmerksam begleiten und ggf. die Öffentlichkeit über die Gefahr einer verhängnisvollen Entwicklung informieren.

5. Dass das mit dem europäischen ‚Natura 2000 Netz’ verknüpfte Schutzgebiet  Voslapper Groden Süd mittelfristig als ‚Logistics Zone II’ attraktiv gemacht werden soll, liegt nicht im öffentlichen Interesse. Das Vorhaben der  gewerblichen Ausbeutung dieses unersetzlichen  Naturreservates geht alle Bürger etwas an.
Das Naturschutzgebiet Voslapper Groden Süd muss dauerhaft erhalten bleiben!

●   Bund für Umwelt und Naturschutz Niedersachsen e.V. (BUND) Kreisgruppe Wilhelmshaven
●   Deutscher Alpenverein e.V. (DAV) Sektion Wilhelmshaven
●   Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen e.V. (LBU) Vertretung Wilhelmshaven
●   Naturfreunde Deutschlands e.V. Ortsgruppe Wilhelmshaven
●   Naturschutzbund Deutschland (NABU) Wilhelmshaven e.V.
●   Tierschutz-Aktiv-Friesland und Umzu e.V.


 

Kahlschlag an der Schule Neuende

Nach dem Kahlschlag: Nur noch Kübelpflanzen auf dem Schulhof

Nach der Schließung der ältesten Schule Wilhelmshavens wurde diese an einen privaten Investor verkauft mit der Auflage, bei der Nachnutzung den historischen Charakter zu erhalten.

Im Dezember 2011 wurden dort große alte Bäume gefällt, die den Charme dieses historischen Stücks Wilhelmshaven mit geprägt haben. Zudem ist aus ökologischer Sicht jeder gefällte alte Baum im Stadtgebiet ein unwiderbringlicher Verlust.

Auf Nachfrage wurde mitgeteilt, dass die Fällung rechtens gewesen sei. Zwar liegt noch keine Baugenehmigung vor, aber die Bäume würden im angedachten Bauteppich bzw. Baustellenbereich stehen und bei den Bauarbeiten ohnehin so geschädigt werden, dass sie dann absterben. 

Bezogen auf die im benachbarten Bunker überwinternden Fledermäuse soll der Dezember der richtige Zeitpunkt für die Fällung mit Maschineneinsatz gewesen sein. Im Tiefschlaf werden die Tiere durch Lärm weniger gestört als während der Ein- bzw. Ausflugsphase vor und nach Ende des Winterschlafs.

Wie auch immer: Wir haben in Wilhelmshaven eine Baumschutzsatzung, und wir haben die Vorschriften "Baumschutz bei Baumaßnahmen" der DIN 18920 sowie der RAS- LG 4 (Richtlinien  für die Anlage von Straßen - Teil Landschaftsgestaltung  - Abschnitt 4: Schutz von Bäumen und Sträuchern im Bereich von Baustellen.) Warum wird nicht die bauliche Planung den Bäumen angepasst? Und wieso geht man davon aus, dass die Bäume zwangsläufig geschädigt werden? Die Richtlinien sehen vor, einen möglichst großräumigen Schutzraum um den Baum abzäunen; Umwickeln des Stammes mit Schutzmaterial (Autoreifen, Holzlatten u.ä.); im Kronenbereich des Baumes ausschließlich mit Handschachtung arbeiten; Bodenaushub nicht im Wurzelbereich auftragen; kein Baumaterial unter der Baumkrone lagern.

Aber in Wilhelmshaven ist immer alles anders.

"Antonslust": Neue Industriegebiete um jeden Preis?

 

In einem Grünlandgebiet am westlichen Stadtrand von Wilhelmshaven, dessen Landschaftsbild den historischen Übergang zwischen Stadt und Land noch weitgehend bewahrt hat, soll ein neues Industrie- und Gewerbegebiet entstehen. Dabei gibt es über die ganze Stadt verteilt ein ausreichendes Angebot an Gewerbeflächen, die noch auf ihre Vermarktung warten.

Die Idee, dort ein Umspannwerk zu errichten, ist vermutlich vom Tisch. Aus finanziellen Gründen ist die Stadt aber weiter an einem Verkauf der Fläche interessiert.

Nach Baurecht ist die Stadt aber zum sparsamen Umgang mit Grund und Boden verpflichtet. Warum wird immer wieder ohne Not eine Angebotsplanung gemacht, für die offensichtlich keine Nachfrage vorliegt?

 

Bericht zum ersten Treffen der Bürgerinitiative zur Rettung der Antonslust Anfang 2011

Bericht zur Informationsveranstaltung Ende 2011

 

 



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