BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Ist das Kunst oder kann das weg?

Das Meer muss es auslöffeln


Mit „Straßenkunst“ der besonderen Art war der BUND beim StreetArt-Festival vertreten: 1.758 Plastik-Eislöffel sorgten für intensive Gespräche über die Vermüllung der Natur
Sommerzeit ist Eiszeit. Hunderte Portionen Speiseeis werden täglich allein am Südstrand verkauft, mittlerweile gehört fast überall ein bunter Eislöffel aus Plastik dazu. Wohin damit, wenn das Eis und die Waffel aufgegessen sind? Eigentlich in den Mülleimer, davon gibt es auf der Promenade genug. Tatsächlich landet ein großer Teil der Löffel in der Natur. Neben „to-go“-Bechern, Plastikflaschen und -tüten, Zigarettenkippen und Resten von Luftballons gehören die Eislöffel zu den häufigsten Fundstücken, die Mitglieder der BUND Kreisgruppe und der JadeWale täglich bei ihren Rundgängen entdecken, einsammeln und entsorgen.
Um das Ausmaß der Naturverschmutzung sichtbar zu machen, wurden seit Mitte Juni exemplarisch die Plastik-Eislöffel am Südstrand täglich gesammelt und aufbewahrt. Beim StreetArt-Festival wurde das Ergebnis in einer durchsichtigen Box am Infostand auf der Rambla präsentiert: Die Besucher wurden eingeladen zu schätzen, wie viele Löffel zusammengekommen waren. Wer Lust hatte, konnte die Zahl aufschreiben und an einem Gewinnspiel teilnehmen. Doch schon ohne die genaue Zahl zu kennen, stimmte der Anblick der 10-Liter-Box, die sich in nur sieben Wochen bis zum Rand mit kleinen Plastiklöffeln gefüllt hatte, die meisten sehr nachdenklich – Anlass für viele angeregte Gespräche mit den ehrenamtlichen Experten vom BUND.
„Der Spruch ‚ist das Kunst oder kann das weg‘ bekommt hier eine ganz neue Bedeutung,“ stellt die BUND-Vorsitzende Imke Zwoch sarkastisch fest. Nicht nur ihr ist es ein Rätsel, warum die paar Meter bis zum nächsten Abfallbehälter vielen zu weit sind und sie lieber die einmalige Natur am Wattenmeer mit buntem Plastik „verzieren“. Zudem seien die Löffel absolut überflüssig: „Die Eiswaffel wurde vor etwa 125 Jahren erfunden, sie ist ein bewährter Vorreiter für umweltfreundliche ‚to-go‘-Verpackungen, denn traditionell schleckt man das Eis direkt aus der Waffel und kann diese dazu noch aufessen.“ Der BUND würde es sehr begrüßen, wenn die Eisverkäufer in Wilhelmshaven am Weltnaturerbe Wattenmeer
Die Idee zu der Löffel-Aktion hatte BUND-Vorstandsmitglied Rainer Büscher. Vielen ist er als versierter Vogelexperte und Naturfotograf bekannt, er greift aber auch mal zum Bleistift, um die Schönheit der Natur festzuhalten. Beim StreetArt-Festival betätigte er sich erstmals als Straßenmaler: „Plastic is not fantastic“ nannte er sein 3x3m großes Bild unseres Erdballs, in dem er mit verschiedenen Objekten die Quellen des Eintrags von Plastik in die Ozeane symbolisierte. Ob Eislöffel und anderes Makroplastik, das den Weg ins Meer findet, ob Fleece- und andere Kunststoffkleidung, die bei jeder Wäsche Mikroplastik ins Wasser abgibt, ob Abfälle aus der Schifffahrt bis hin zu Autoreifen, deren Abrieb zu mehr als 50% zur Mikroplastik-Belastung der Gewässer beiträgt: Auch hier kam man interaktiv mit den Besuchern ins Gespräch.
Am Ende zweier Festival-Tage mit Hunderten von Gesprächen

6. Juli 2018

„Typisch Wilhelmshaven“: BUND und Einzelhandel setzen Zeichen gegen die Plastikflut

Typisch! Wilhelmshaven Büdel
Typisch! Wilhelmshaven Büdel

Der neue Wilhelmshaven-Büdel soll nicht nur Einkäufe transportieren, sondern auch die Idee eines verantwortungsbewussten Lebensstils in der Stadt am Weltnaturerbe Wattenmeer.

Jede Minute werden in Deutschland 10.000 Plastiktüten verbraucht. Auch in Wilhelmshaven gehören Tüten zum Stadtbild, erst beim Einkauf, später oft in Grünflächen und Gewässern, wo sie zusammen mit „to-go“-Bechern, Flaschen und andern wild entsorgten Behältnissen einen hässlichen Eindruck hinterlassen und Tiere und Umwelt gefährden. Mit dem neuen „Wilhelmshaven-Büdel“ wollen der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) und der hiesige Einzelhandel gemeinsam ein Zeichen setzen für ein plastikfreies Wilhelmshaven. „Der Büdel ist nicht nur eine tragbare Alternative zu Plastiktüten, er soll auch ein Statement sein für die Aufbruchstimmung hin zu einer zukunftsfähigen Stadt am Weltnaturerbe Wattenmeer“, so die Initiatorinnen.
Julia Griesbach, Inhaberin von „Speed & Cotton“, gibt schon seit 2 Jahren keine kostenlosen Tüten mehr an ihre Kundschaft heraus. Wer drauf besteht, bekommt eine – gegen eine Spende für das Wattenmeer Besucherzentrum. „Die meisten kommen ins Nachdenken, spenden was – und verzichten schließlich doch auf die Tüte“, erzählt die Einzelhändlerin. An der Kasse kam sie auch mit Imke  Zwoch ins Plastik-Gespräch. Die Vorsitzende der BUND Kreisgruppe Wilhelmshaven ist seit vielen Jahren Stammkundin – und immer auf der Suche nach umweltfreundlichen Einkaufsmöglichkeiten in ihrer Heimatstadt. Auch Julia Griesbach, Vorstandsmitglied im City-Interessenverein (CIV), wollte über den eigenen Laden hinaus ökologisch etwas bewegen.
In vielen angeregten Gesprächen zwischen den beiden Frauen entwickelte sich der Entschluss, gemeinsam etwas Konkretes auf die Beine zu stellen, um vor Ort Zeichen gegen die Plastikmüllflut zu setzen. Vorstandsmitglieder des BUND und des CIV setzten sich an einen Tisch. „Wir waren uns einig, dass wir mit etwas ganz Einfachem anfangen, dem sich niemand aus Bequemlichkeit entziehen kann“, berichtet Imke Zwoch. So entstand die Idee für den Wilhelmshaven-Büdel. „Schon Anfang der 90er Jahre hat der City-Interessenverein einen Versuch mit Baumwolltaschen gestartet“, erinnert sich Julia Griesbach, „aber bis heute hat diese weitverbreitete langlebige Alternative die Plastiktüte nicht verdrängen können.“ Um erfolgreicher zu sein, sollte der neue Büdel also mehr sein als ein Transportmittel für Einkäufe, nämlich auch ein Statement, das identitätsstiftend hinter diesem und kommenden Projekten steht: „Wilhelmshaven liegt direkt am Weltnaturerbe Wattenmeer und in drei Jahren wird hier das Trilaterale Weltnaturerbe-Partnerzentrum eröffnet. Bis dahin sollten wir gut aufgestellt sein und zeigen, dass wir den UNESCO-Titel nicht nur tragen, sondern auch leben“, so die Initiatorinnen.
Gemeinsam mit der Grafikdesignerin Jenny Rosentreter wurde diesem Statement ein Gesicht und ein Slogan verliehen. Das Wilhelmshavener Urgestein Jonny Stuckas stand Modell als typisches Nordlicht, das dem Betrachter selbstbewusst und entschlossen von Taschen und Infokarten entgegenblickt. Der Slogan „typisch! Wilhelmshaven“ steht für einen positiven Imagewandel. „Typisch Wilhelmshaven hört man oft, wenn wieder etwas Unangenehmes passiert ist, von Kleinkriminalität bis hin zu illegaler Müllentsorgung in der Landschaft. Das ist natürlich Unfug“, so Imke Zwoch, „sowas passiert woanders auch. Dies wiederum ist kein Grund, alles zu relativieren oder schönzureden. Wir müssen das Übel beim Namen nennen und an der Wurzel packen.“ Ziel der Kampagne sei, „typisch Wilhelmshaven“ ins positive Gegenteil zu verkehren. „Wenn Gäste oder potenzielle Neubürger*innen oder die überregionalen Medien irgendwann feststellen: Hey, hier läuft niemand mit Plastiktüten oder Einwegbechern rum und nichts davon liegt am Straßenrand oder in Grünanlagen, dann ist das ein echtes Alleinstellungsmerkmal, das der Umwelt und dem Image unserer Stadt gleichermaßen zu Gute kommt“, erklärt Julia Griesbach.
Der Weg zu diesem ambitionierten Ziel beginnt mit einem einfachen Schritt. „Egal ob aus Naturfasern oder Kunststoff – wenn man eine Mehrwegtasche hundertmal verwendet, stimmt die Umweltbilanz“, so Griesbach. „Wir haben uns für Kunststofftaschen entschieden“, ergänzt Imke Zwoch. „Im Verhältnis zum Volumen haben sie zusammengefaltet ein bestechend kleines Packmaß, sie passen in jede Handtasche und jedes Herrenjackett, es gibt keine Ausrede dafür, sie nicht immer dabei zu haben.“


Zu jeder Tasche gibt es die Info-Karte mit dem „typisch! Wilhelmshaven“-Logo und einem erläuternden Text auf der Rückseite, überschrieben mit „Unser Dorf soll schöner werden“. „Mit dieser etwas provokanten Zeile wollen wir noch einmal unterstreichen, in welche Richtung der Imagewandel gehen könnte“, erklärt Jenny Rosentreter. „Wilhelmshaven ist keine Weltstadt, aber gemeinsam wollen wir zeigen, dass wir trotzdem kein muffiges Provinznest sind. Wir müssen uns nur mal trauen, gegen den Strom zu denken und ohne Wenn und Aber einfach auszuprobieren, was geht.“
Der Wilhelmshaven-Büdel ist seit Anfang der Woche in vielen Geschäften in der Innenstadt zu haben (zum Preis von 2,95 Euro) und findet bereits reißenden Absatz.

18. Mai 2018

Fotowettbewerb: Insekten im Nordwesten

29. Dezember 2017

Work after party

Müllbehälter am Hafen mit Flaschen und Feuerwerksmüll. Foto: Imke Zwoch
Müllbehälter am Hafen mit Flaschen und Feuerwerksmüll. Foto: Imke Zwoch

BUND und JadeWale verbinden beim Neujahrs-Spaziergang das Angenehme mit dem Nützlichen – Müllproblem sichtbar machen

Es ist gute Tradition, die Folgen einer langen Silvesternacht bei einem Neujahrs-Spaziergang abzuschütteln. Getrübt wird die Freude leider oft durch die Relikte der Partynacht, die allenthalben in der Natur herumliegen: Reste und Verpackungen von Raketen und anderen Feuerwerkskörpern, manchmal ganze Feuerwerksbatterien, leere Flaschen und Getränkedosen … Darüber ärgern sich auch die Mitglieder unserer BUND-Kreisgruppe und der JadeWale. Gemeinsam wollen wir beim kommenden Neujahrs-Spaziergang das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden: Unter dem Motto „Work after Party“ sammeln wir unterwegs alles ein, was abseits der Straßen in der Natur gelandet ist und sich in mitgebrachten Müllsäcken abtransportieren lässt.

Grundsätzlich sollen natürlich alle BürgerInnen die Reste ihres Silvester-Feuerwerks selbst entsorgen. Die Technischen Betriebe reinigen nur einzelne, erfahrungsgemäß besonders verschmutzte Bereiche, die sie mit Kehrmaschinen anfahren können. Wir konzentrieren uns auf Plastik, Glas und anderes, was in und am Wattenmeer, an Binnengewässern, in Parks und Grünanlagen landet und dort langfristig wildlebende Tiere gefährdet. Wir können und wollen natürlich nicht die ganze Stadtnatur vom Neujahrsmüll befreien, es geht vor allem darum, das Problem sichtbar und bewusst zu machen. Die Funde werden fotografiert und auf den Facebook- bzw. Webseiten unserer Kreisgruppe und der JadeWale dokumentiert.

Wer Lust hat, kann sich unserer Initiative anschließen, ob allein, mit der Familie oder Freunden. Es gibt allerdings keine offizielle Gemeinschaftsveranstaltung und keinen gemeinsamen Treffpunkt. Alle, die mitmachen, sammeln eigenverantwortlich beim Neujahrsspaziergang in ihrem Stadtteil bzw. entlang ihres Spazierweges durch naturnahe Bereiche. Auch für die ordnungsgemäße Entsorgung ist jede/r Sammler/in selbst zuständig.

Wer nicht selbst sammeln will, ist trotzdem eingeladen, sich mit Fotos an der Dokumentation zu beteiligen. Die Bilder bitte mit Ortsangabe und nachstehenden Hashtags auf den Facebook-Seiten der BUND Kreisgruppe Wilhelmshaven bzw. der JadeWale (und gern auch auf Instagram) posten.

#workafterparty
#whvohneplastik
#schlicktownwastewalk

 

 

11. Dezember 2017

Einladung zum Naturschutz-Stammtisch

Foto Flussseeschwalbe: I. Zwoch

Zum Jahresende wollen wir mit Euch ins neue Jahr durchstarten!

Mitglieder und Freunde unserer BUND-Kreisgruppe sind herzlich eingeladen zum Naturschutz-Stammtisch am Dienstag, den 12. Dezember, um 19 Uhr 30
im Café Freiblock, Marien- / Ecke Kurze Straße in Wilhelmshaven.

Wir wollen in gemütlicher Runde zusammensitzen und Gedanken und Ideen austauschen, um unsere Stadt noch lebens- und liebenswerter zu machen - für Mensch und Natur. Wir haben einige Themen und Ideen für Projekte und Aktionen gesammelt, die wir gern im Kreis naturinteressierter Menschen vorstellen und weiterspinnen möchten.

Wir sehen uns im Café Freiblock!

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Ein Jahr lang den BUND testen und kostenfrei die Vorteile einer Mitgliedschaft genießen!

Die Erde braucht Freunde: Jetzt Probemitglied beim BUND werden.

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9. März 2017

Frühjahrsputz am Banter See mit dem BUND

Schwanennest mit Plastikmüll, Banter See 2016. Foto: Imke Zwoch / BUND Kreisgruppe Wilhelmshaven
Schwanennest mit Plastikmüll, Banter See 2016. Foto: Imke Zwoch / BUND Kreisgruppe Wilhelmshaven

Was haben Plastiktüten in Vogelnestern zu suchen? NICHTS!

Am Samstag, den 25. März findet zum 20. Mal die Frühjahrsputzaktion statt, an der sich Vereine und andere Gruppen aus Wilhelmshaven beteiligen. Unsere BUND Kreisgruppe Wilhelmshaven wird sich in diesem Jahr das Ufer des Banter Sees vornehmen und freut sich über fleißige Helferinnen und Helfer. Auch Nichtmitglieder sind herzlich willkommen!

Das Naturparadies zwischen City und Wattenmeer ist ein beliebter Ort zum Spazierengehen und Radfahren, für Picknick und Badefreuden. Leider lassen viele Nutzer ihren Müll dort zurück. Das sieht nicht nur häßlich aus, Müll gefährdet auch die Vogelwelt des Sees. Plastik wird von den Tieren versehentlich verschluckt und verstopft den Verdauungstrakt; "Sixpack"-Ringe, Kunststoffbänder und anderes können zur tödlichen Falle werden. Die Altvögel verwenden Plastik als Nistmaterial (siehe Foto: Schwanennest am Ufer des Banter Sees 2016) und bringen so auch die Jungvögel in Gefahr.

Zusammen mit Mitgliedern und Freunden wollen wir dafür sorgen, dass unsere Schwäne und andere Vögel in diesem Jahr artgerecht in müllfreier Umgebung brüten können.

Sind Sie / seid Ihr dabei? Putzmuntere Naturfreunde treffen sich am 25.3. um 10 Uhr am Kiosk Klein Wangerooge. Müllsäcke werden gestellt, bitte an Arbeitshandschuhe und wetterfeste Kleidung denken. Vorgesehen ist eine Sammelzeit von 2 Stunden und wir nehmen uns zunächst das Südufer vor. Je nach Wetter und Motivation können wir aber Zeit und Sammelstrecke ausweiten.

Damit wir die Aktion gut planen und koordinieren können (u.a. Anzahl Müllsäcke), bitten wir um VERBINDLICHE Anmeldung unter bund.wilhelmshaven@web.de.

Quelle: http://www.bund-wilhelmshaven.de/startseite/