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BUND Kreisgruppe Wilhelmshaven

Wilhelmshaven - im Herzen des Weltnaturerbes Wattenmeer

Wattflächen im Jadebusen mit Nahrung suchenden Vögeln. Foto: BUND Wattflächen im Jadebusen mit Nahrung suchenden Vögeln. Foto: BUND  (Imke Zwoch / Imke Zwoch)

Seit 1986 ist das Wattenmeer vor der niedersächsischen Küste als Nationalpark geschützt. Auch Hamburg und Schleswig-Holstein haben ihre Wattenmeer-Flächen als Nationalpark ausgewiesen.

Im Jahre 2009 wurde das deutsch-niederländische Wattenmeer von der UNESCO als Weltnaturerbe ausgezeichnet, später kam auch das dänische Wattenmeer hinzu. 2019 feiert das weltweit größte zusammenhängende Wattengebiet also bereits seinen 10. Weltnaturerbe-Geburtstag.

Wilhelmshaven grenzt mit seinem Stadtgebiet direkt an den Nationalpark und das Weltnaturerbe Wattenmeer. Einheimische und Tourist*innen profitieren vom Naturerlebnis direkt vor der Haustür: der tägliche Wechsel der Gezeiten, stimmungsvolle Sonnenuntergänge überm Watt, die vielfältige Vogelwelt, Seehunde, die neugierig aus dem Wasser gucken oder sogar am Deich dösen, und sogar Schweinswale, die direkt vorm Südstrand auftauchen.

Geografisch gesehen liegt Wilhelmshaven zentral an der Weltnaturerbeküste. Es ist Sitz der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer, des Gemeinsamen Wattenmeersekretariats für Deutschland, Dänemark und die Niederlande und Standort des Weltnaturerbe Wattenmeer Besucherzentrums ("Wattenmeerhaus"). Am Banter See entsteht in den nächsten Jahren das Trilaterale Weltnaturerbe Wattenmeer Partnerzentrum (TWWP) und die Seeschwalben-Forschungsstation wird zu einer Umweltbildungs-Einrichtung ausgebaut.

Diese enge Verbindung zwischen Stadt und Watt ist ein Pfund, mit dem man wuchern kann: Lebensqualität für die Einwohner*innen und touristische Attraktivität gleichermaßen. Damit geht jedoch auch eine besondere Verantwortung für den Erhalt dieses einmaligen Naturraumes und seiner Tier- und Pflanzenwelt einher.

Hier gibt es noch einiges zu tun, das wir als BUND-Kreisgruppe zusammen mit Verwaltung, Politik, Bürger*innen und Wirtschaft voranbringen wollen. Ein zentrales Anliegen ist der Kampf gegen die Vermüllung des Meeres. Hier sollte Wilhelmshaven mit gutem Beispiel vorangehen, z. B. mit einer deutlichen Eindämmung des Plastikkonsums. 

 

 

 

 

 

Evaluationsbericht für den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer liegt endlich vor

26.04.2014

Presseinformation des BUND-Landesverbandes Niedersachsen

BUND fordert zügige Behebung der genannten Defizite.
Mehr als ein Jahr nach seiner Fertigstellung ist der „Komitee-Bericht zur Evaluierung des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer“ jetzt veröffentlicht worden. Er beschreibt einige positive Entwicklungen, listet aber auch Defizite auf.

Positiv wird in dem Bericht unter anderem bewertet, dass der Nationalpark großräumig ausgewiesen wurde und die Ökosystemtypen des Wattenmeers fast vollständig abdeckt. In den betroffenen Küstenregionen ist eine hohe Akzeptanz des Nationalparks und für die Notwendigkeit des Wattenmeerschutzes vorhanden. Die Informationseinrichtungen wie Nationalparkhäuser haben sich gut etabliert, vielfach in Kooperation zwischen den Kommunen und den Naturschutzverbänden.

„Um ein effektives Management des Nationalparks zu gewährleisten und die im Evaluationsbericht festgestellten Defizite abzubauen, muss die Nationalparkverwaltung gestärkt werden“, fordert Dr. Marita Wudtke, Leiterin Naturschutz- und Umweltpolitik beim BUND Niedersachsen. Für eine bessere Gebietskontrolle und Besucherbetreuung solle es hauptamtliche Nationalpark-Ranger geben, die unter der Dienst- und Fachaufsicht der Nationalparkverwaltung stehen. Zudem müsse die Nationalparkverwaltung für die gesamten Flächen des Nationalparks zuständig sein.

Der Küstenschutz im Nationalpark sollte auf das zwingend erforderliche Maß begrenzt werden, dabei müssten Naturschutzbelange ausreichend berücksichtigt werden, fordert Wudtke. Um die Salzwiesen zu schonen, wie im Bericht angeführt, sollten sie weniger begrüppt (entwässert) und beweidet werden. Damit sich die natürlichen dynamischen Prozesse im Nationalpark weiterentwickeln können, soll die sogenannte Nullnutzungszone auf über 50 Prozent der Gesamtfläche erweitert werden. In dieser Zone dürfen zum Beispiel keine Fischerei und keine Sandentnahmen stattfinden. Die aus Sicht des BUND zu
intensive Nutzung des Nationalparks durch Fischerei, Leitungstrassen und für Trendsportarten wie das Kitesurfen soll weiter reduziert werden.

Eine nächste Herausforderung steht mit der geplanten Nordseepipeline für Sole aus der Kaliproduktion an. Sie soll – neben der weiteren Reduzierung der anfallenden Solemengen – zu einer Entlastung und ökologischen Verbesserung von Weser und Werra führen. Dafür ist eine geeignete Einleitungsstelle in die Nordsee zu finden, die ökologische Nachteile im Küstenmeer minimiert. Anfang April finden sogenannte Antragskonferenzen für das Raumordnungsverfahren statt.

„Wir erwarten, dass nun zügig mit der Beseitigung der im Evaluationsbericht festgestellten Defizite begonnen wird“, sagt Wudtke. „Zum 30. Geburtstag des Nationalparks 2016 möchten wir gerne eine noch positivere Bilanz ziehen können.“ 

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