Zahlreiche Interessierte folgten dem kurzfristigen Aufruf zur Vorstellung der neuen Webseite des Projekts Naturschätze Wilhelmshaven in die Räumlichkeiten des Botanischer Garten Wilhelmshaven.
Nach einer herzlichen Begrüßung durch die Vorsitzende der BUND-Kreisgruppe Vivien Jehnrich, gab Maria Röbbele einen anschaulichen Einblick in die Entstehungsgeschichte der „Naturschätze“. Sie zeichnete den Weg von der ersten Idee über die Entwicklung der ursprünglichen Webseite bis hin zum aktuellen Stand des Projekts nach. Dabei würdigte sie besonders das Engagement der zahlreichen Beteiligten, die ehrenamtlich zum Gelingen des Projektes beitrugen. Besonderer Dank ging an die BINGO Umweltstiftung, und den Förderverein des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer und auch die Technischen Betriebe Wilhelmshaven, die seit 2025 die laufenden Kosten der Webseite übernehmen.
Zu der ersten Version der Naturschätze gab es eine Umfrage. Dabei wurde mehrfach die Kritik geäußert, dass nur Naturschätze im Süden der Stadt vorgestellt wurden. 2018/19 haben die Technischen Betriebe zum Geburtstag des Stadtparkes ein Kapitel über diesen historisch und ökologisch spannenden Park ermöglicht. Aber der Norden von Wilhelmshaven hat n och mehr zu bieten. Dies war einer der Gründe, die Naturschätze zu überarbeiten.
Neben inhaltlichen Gründen gab es auch technische Gründe, die für eine Erneuerung der Naturschätze-Seite sprachen. Jörg Schwanke, der Entwickler der Webseite, gab einen kurzen Überblick über die Herausforderungen der in die Jahre gekommenen Plattform. Er erläuterte, welche „Baustellen“ sich im Laufe der Zeit angesammelt hatten – von technischen Einschränkungen bis hin zu gestiegenen Anforderungen durch die rasante Entwicklung des Internets, moderner Browser und zunehmender Sicherheitsrisiken wie Hackerangriffe.
Trotz dieser Herausforderungen konnte die bisherige Seite beachtliche Erfolge vorweisen: Allein in den Jahren 2024/25 wurden über 45.000 Besucherinnen und Besucher verzeichnet. Zudem fand die Webseite auch im schulischen Bereich großen Anklang und wurde als unterstützendes Werkzeug im Unterricht eingesetzt.
Gerade diese positive Nutzung habe gezeigt, so Schwanke, wie wichtig eine umfassende Überarbeitung sei – und dass das Projekt mit einem überarbeiteten, zeitgemäßen Auftritt gewissermaßen ein „Comeback“ verdient habe.
Im weiteren Verlauf der Veranstaltung wurden die Gäste per Beamer auf eine anschauliche Reise durch die neue Webseite des Projekts Naturschätze Wilhelmshaven mitgenommen. Bereits auf den ersten Blick überzeugte der überarbeitete Auftritt mit Übersichtlichkeit, frischen Farben und beeindruckenden Bildern.
Die NutzerInnen finden typische Tier und Pflanzenarten, die man entdecken kann. Vögel werden nicht nur als Foto, sondern auch mit ihren Rufen und Gesang vorgestellt. Besonders beeindruckend waren die Drohnenaufnahmen von der ehemaligen Sandentnahmestelle bei Breddewarden. Das Gebiet kann nicht betreten werden, mit diesen Aufnahmen können die NutzerInnen das Schutzgebiet aus Vogelperspektive kennenlernen. Wer es genauer wissen will, findet zu einigen Gebieten Listen mit den dort vorkommenden Arten.
Neu hinzugekommen sind außerdem drei ausgearbeitete Fahrradtouren, die direkt über die Webseite ausgewählt werden können. Per Klick gelangen die Nutzerinnen und Nutzer zu einem externen Anbieter, über den die jeweilige Route aufgerufen und unmittelbar gestartet werden kann. Mit drei unterschiedlich langen Touren werden Natur- und Kulturschätzchen am Wegesrand vorgestellt. Damit wird das digitale Angebot sinnvoll in die Praxis erweitert: Die Besucherinnen und Besucher können die vorgestellten Naturschätze nicht nur virtuell entdecken, sondern sich auch aktiv vor Ort auf den Weg machen und die Umgebung per Fahrrad erkunden.
Die bereits von der Vorgängerseite bekannte Hörführung ist ebenfalls weiterhin Bestandteil des Angebots und wurde in die neue Struktur integriert. So verbindet die Webseite bewährte Inhalte mit neuen, interaktiven Elementen und lädt dazu ein, die Natur Wilhelmshavens auf vielfältige Weise zu entdecken.
Das neue Faltblatt zu den Naturschätzen enthält eine Karte, mit der Einheimische und Gäste die empfohlenen Gebiete erkunden können. Noch einfacher ist es, im Gelände nach Rot umrandeten Emaille Schildern Ausschau zu halten. Sie zeigen einen QR Code, mit dem man gleich auf die passende Seite geleitet wird.
Die Naturschätze werden künftig auch für Umweltbildung genutzt. Vivien Jenrich stellte kurz das erste Projekt vor. Geplant sind gemeinsame Fahrradtouren als Veranstaltungen anzubieten – insbesondere mit Blick auf die „Woche der Natur“ von BINGO im Juni. So sollen Interessierte die Möglichkeit bekommen, die Naturschätze nicht nur alleine, sondern auch gemeinsam vor Ort zu entdecken.
Auch die Werbung für die Naturschätze wird der BUND verstärken mit dem Ziel, die „Naturschätze“ bekannter zu machen – durch Aktionen, Social-Media-Arbeit und Präsentation auf Veranstaltungen und Infoständen.
„Wir laden alle ganz herzlich ein, sich zunächst durch die frische neue Webseite zu klicken und sich dann selbst auf die Suche nach ihrem ganz persönlichen Naturschatzmoment zu begeben“, so Jehnrich. Ihr eigener besonderer Ort 2026 sei die Burg Kniphausen.
Wer neugierig geworden ist, kann sich direkt selbst ein Bild machen: