Geplantes LNG-Terminal in Voslapper Groden-Nord: Schutzbündnis gewinnt im Eilverfahren gegen Zerstörung von Naturschutzgebiet

21.05.2026 Gemeinsame Pressemitteilung von BUND Niedersachsen, NABU Niedersachsen und der Deutschen Umwelthilfe

  • Schutzbündnis aus NABU, DUH und BUND hat Eilantrag gegen die Zerstörung von Natur- und EU-Vogelschutzgebiet Voslapper Groden-Nord in Wilhelmshaven gewonnen
  • Fossiles Großprojekt geplant: OVG Lüneburg setzt Bebauungsplan vorläufig außer Vollzug und stoppt damit weitere Zerstörung des sensiblen Schutzgebietes
  • Schutzbündnis fordert sofortigen Stopp der fossilen Pläne von Deutsche Grüngas und Energieversorgung GmbH und glaubwürdige Klimaschutzprojekte

Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg hat heute einem Eilantrag des Schutzbündnisses, bestehend aus NABU, Deutsche Umwelthilfe (DUH), und BUND, gegen die Zerschlagung des Natur- und EU-Vogelschutzgebietes Voslapper Groden Nord in Wilhelmshaven stattgegeben. 

Das Schutzbündnis hatte am 18. Februar 2026 einen Eilantrag gegen den Vollzug des von der Stadt Wilhelmshaven beschlossenen Bebauungsplan Nr. 225 eingereicht. Mit der heutigen Entscheidung kann der Bebauungsplan nicht vollzogen werden, bis das OVG eine Entscheidung im Normenkontrollverfahren getroffen hat. 

Das Schutzbündnis hatte einen Normenkontrollantrag gestellt, weil es den Bebauungsplan für unrechtmäßig hält. Der Bebauungsplan ist Voraussetzung für die Pläne der Deutschen Grüngas und Energieversorgung GmbH (DGGEV), auf dem Voslapper Groden Nord ein LNG-Terminal und weitere fossile Energieimportinfrastruktur zu bauen und damit das wertvolle Natur- und EU-Vogelschutzgebiet zu zerstören. 

Holger Buschmann, Landesvorsitzender NABU Niedersachsen: „Diese Entscheidung ist ein großer Erfolg für den Natur- und Vogelschutz in Niedersachsen. Das Oberverwaltungsgericht hat verhindert, dass im Voslapper Groden Nord Fakten geschaffen werden, bevor die Rechtmäßigkeit des Bebauungsplans geprüft ist. Genau das war unser Ziel. Ein europäisches Vogelschutzgebiet darf nicht erst trockengelegt, gerodet und entwertet werden, während noch offen ist, ob dieser massive Eingriff überhaupt zulässig ist. Der Voslapper Groden Nord ist ein Brutvogellebensraum von internationaler Bedeutung und Rückzugsraum für hochbedrohte Arten. Solche Lebensräume lassen sich nicht beliebig an anderer Stelle neu erschaffen. Die Stadt Wilhelmshaven muss dieses Signal ernst nehmen und den Schutz des Gebietes endlich an die erste Stelle setzen.“

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg im Eilverfahren ist ein richtiger und wichtiger Schritt für den Schutz wertvoller und einzigartiger Natur vor den Interessen eines fossilen Konzerns. Das von der DGGEV geplante fossile Großprojekt bleibt nun bis zur Entscheidung über die Rechtmäßigkeit des Bebauungsplans auf Eis. Damit ist das sensible Natur- und Vogelschutzgebiet Voslapper Groden Nord, in dem unter anderem Rohrdommel, Blaukehlchen und Schilfrohrsänger brüten, vorläufig geschützt. Wir setzen nun auf das Normenkontrollverfahren, um den zerstörerischen Bebauungsplan der Stadt Wilhelmshaven final aufzuhalten.“

Susanne Gerstner, Vorstandsvorsitzende BUND Niedersachsen: „Die heutige Entscheidung des OVG Lüneburg ist ein starkes Zeichen für den Erhalt des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Es verdeutlicht: die Entwertung eines EU-Vogelschutzgebiets ohne geeignete Kohärenzflächen ist nicht hinnehmbar. Zugleich ist die Entscheidung auch ein ermutigendes Signal für das noch ausstehende Hauptverfahren.“
 

Kontakt:
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer DUH
0160 90354509, mueller-kraenner(at)duh.de

Lamin Neffati, Pressesprecher NABU Niedersachsen
051191105-23, lamin.neffati(at)nabu-niedersachsen.de

Lara-Marie Krauße. Pressesprecherin BUND Niedersachsen
01515 33 111 88, krausse(at)nds.bund.net
 

BUND-Pressestelle:
Lara-Marie Krauße, Tel. (0511) 965 69 - 32 oder Mobil (01515) - 33 111 88, presse(at)nds.bund.net, www.bund-niedersachsen.de

Erfolgreicher Tag für Natur- und Umweltschutz

Schutzbündnis für den Voslapper Groden Nord wehrt sich gegen vorbereitende Maßnahmen

Berlin, 03.März 2026: Aus Sicht des Schutzbündnisses für den Voslapper Groden-Nord in Wilhelmshaven widersprechen die in der vergangenen Woche auf der Fläche des Naturschutzgebietes durchgeführten Maßnahmen dem Managementplan des Natura 2000 Gebietes, gefährden die dort ansässigen geschützten Arten und erweckten den Eindruck von vorbereitenden Arbeiten für den geplanten Energiepark der DGGEV. Für diese Maßnahmen gab es nach Auffassung des Schützbündnisses jedoch keine Genehmigung. Deshalb riefen die Verbände des Schutzbündnisses, NABU Nds., BUND Nds., NABU Wilhelmshaven und BUND Wilhelmshaven sowie die Deutsche Umwelthilfe am vergangenen Samstag zu einer Mahnwache am Voslapper Groden Nord auf.

Bereits vor Beginn der Mahnwache fanden sich Aktivisten vor dem Tor ein, um etwaigen Rodungen entgegenzuwirken. Gegen Mittag fanden sich dann ca. 50 Personen zur Mahnwache vor dem Voslapper Groden Nord ein. „Uns ist damit ein starkes Signal an Vorhabenträger und Genehmigungsbehörden gelungen, dass ihnen hier sehr genau auf die Finger geschaut wird!“ bilanziert Vivien Jehnrich, Vorsitzende des BUND Wilhelmshaven den freiwilligen Einsatz als Erfolg für den Naturschutz. Nach Beendigung der angemeldeten Demonstration verblieb eine kleinere Gruppe weiter vor Ort, da die Sorge um eventuell stattfindende Baumfällungen im Anschluss an die Protestaktion nicht ausgeräumt werden konnte. Die Umweltaktivisten sammelten im Anschluss an die Mahnwache außerdem Müll am Tor und den Gräben, vernetzten sich und tauschten sich zu der einzigartigen Fläche aus. „Dieses Wochenende hat gezeigt, dass der Voslapper Groden-Nord vielen Menschen am Herzen liegt und sie dieses einzigartige Schutzgebiet nicht einfach den fossilen Interessen eines Unternehmens überlassen werden“, sagt Milena Pressentin, Energiereferentin bei der Deutschen Umwelthilfe

Ab 1. März verbietet das Bundesnaturschutzgesetz umfangreichere Vegetationsschnitte von Bäumen, Gebüschen oder Röhrichten zum allgemeinen Artenschutz. Bereits 2022 hatte TES bei der Anlage der neuen Zufahrt zum Naturschutzgebiet gegen diese gesetzliche Frist verstoßen, was der NABU zur Anzeige gebracht hatte. 2021 bis 2026 lief ein Verfahren zur Bauleitplanung der Stadt Wilhelmshaven, das im Januar mit einer Änderung des Flächennutzungsplans und erstmaligen Aufstellung eines Bebauungsplans im Vogelschutzgebiet unter Protest aus Naturschutz und Wissenschaft endete.

Für den 07.03. wurde bereits die nächste Demonstration am Hooksieler Außenhafen angekündigt. Bei der Gemeinschaftsaktion von Fridays for Future, NABU WHV und dem Netzwerk Energiedrehscheibe, einem Bündnis aus 28 Verbänden und 180 Einzelpersonen, werden internationale Gäste erwartet und ein interessantes Rahmenprogramm geboten.

Hintergrund: Für den "Energiepark" soll das Naturschutzgebiet gänzlich entwertet werden. Dagegen hat das Schutzbündnis bereits rechtliche Schritte eingereicht. Die Stadt Wilhelmshaven bestätigte Ende letzter Woche nun laufende Entwässerungsmaßnahmen, sowie das Aufstellen eines Amphibienzauns und hatte kurzfristig auch Rodungsmaßnahmen angekündigt. Daher hatten Umweltverbände kurzfristig zu den Protesten aufgerufen.

Bündnis leitet rechtliche Schritte gegen Industrialisierung des Naturschutzgebiets Voslapper Groden-Nord ein

Berlin, 18.02.2026:Der NABU Niedersachsen hat mit Unterstützung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und des BUND Niedersachsen einen Normenkontrollantrag gegen den Bebauungsplan der Stadt Wilhelmshaven betreffend das Naturschutzgebiet Voslapper Groden-Nord gestellt. Parallel dazu geht das Bündnis mit einem Eilantrag gegen den Vollzug des Bebauungsplans vor, um zu verhindern, dass Rodungs- und Entwässerungsmaßnahmen vorzeitig beginnen können. Diese würden zu irreversiblen Schäden im EU-Vogelschutz- und Naturschutzgebiet führen, da schwerstes Arbeitsgerät zum Einsatz kommen soll. Das Schutzbündnis stellt sich entschieden gegen die laufende Planung in Wilhelmshaven.

Prof. Dr. Holger Buschmann, Landesvorsitzender des NABU Niedersachsen: „Mit dem Bebauungsplan soll ein Brutvogellebensraum von nationaler Bedeutung auf fünf kleinere Ausgleichsflächen im Umkreis von 75 Kilometern zersplittert werden, die jedoch erst in vielen Jahren mit ihren Ersatz-Lebensräumen hergerichtet sein werden. Hier sind mehrere Vogelarten betroffen, die deutschlandweit vom Aussterben bedroht sind. Deshalb leiten wir rechtliche Schritte ein, damit nicht eilig durch Rodung und Entwässerung Bruthabitate zerstört und Brutvögel vergrämt werden, bevor überhaupt geklärt ist, ob dieser Eingriff in ein Natura 2000 Gebiet rechtlich zulässig ist.“ 

Dazu Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Erstmals soll ein europäisches Vogelschutzgebiet zerschlagen werden und das für ein fossiles Großprojekt. Alternative Standorte wurden nicht ausreichend geprüft. Stattdessen haben sich die Vertreterinnen und Vertreter des Wilhelmshavener Stadtrats der Wunschliste des Investors gebeugt, der das Naturschutzgebiet zum fossilen Industriepark machen will. Diesen Präzedenzfall in Wilhelmshaven gilt es zu verhindern. Deshalb ziehen wir jetzt im Bündnis vor Gericht.“

Susanne Gerstner, Vorsitzende des BUND Niedersachsen, unterstreicht: "Der vorzeitige Beginn der Baumaßnahmen würde dem Vogelschutzgebiet im Voslapper Groden Nord und den dort lebenden, bedrohten Arten schweren Schaden zufügen. Die geplanten Eingriffe sind nicht mehr rückgängig zu machen. Solche unumkehrbaren Maßnahmen dürfen auf keinen Fall durchgesetzt werden, solange nicht eindeutig feststeht, dass die Planung rechtlich zulässig ist."

Das Schutzbündnis betrachtet mit großer Sorge, in welchem Ausmaß sich Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung dem Zeitdruck der Investoren beugen, um das ökologisch höchst wertvolle Naturareal zu zerstören. Ein erster Versuch den Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan herbeizuführen war 2023 gescheitert. Nun wurde 2026 ein Bebauungsplan beschlossen, den das Schutzbündnis in dieser Form nicht für umsetzbar hält, da zentrale Ausnahmebedingungen des Naturschutzgesetz nicht erfüllt sind und Ausgleich-Voraussetzungen für die Überplanung des Vogelschutzgebiets nicht ausreichend vorliegen. 

Umweltverbände kritisieren: Stadtrat Wilhelmshaven macht den Weg frei für fossile Industrie auf Kosten der lokalen Natur

Die Zerschlagung eines Natura 2000-Schutzgebietes für Industrieanlagen ist ein gefährlicher Präzedenzfall mit Wirkung über Wilhelmshaven hinaus

Bündnis für den Schutz des Voslapper Groden Nord kritisiert den Beschluss des Stadtrates Wilhelmshaven scharf und kündigt rechtliche Schritte an

Gegen die akut drohende Zerstörung des Schutzgebiets kündigt das Bündnis einen Eilantrag an

Berlin, 21.01.2026:Trotz erheblicher Bedenken und Protest von Umwelt- und Naturschutzverbänden sowie zivilgesellschaftlich aktiven Gruppen, stimmte der Stadtrat Wilhelmshaven in seiner Sitzung am 21. Januar 2026 der Änderung der Naturschutzgebietsverordnung und dem Bebauungsplan 225 Voslapper Groden Nord/Nördlich Tanklager zu. Damit wird eines der wertvollsten Schutzgebiete im europäischen Verbund Natura 2000 faktisch entwertet. Das Bündnis für den Schutz des Voslapper Groden Nord kritisiert den Beschluss des Stadtrates Wilhelmshaven scharf und kündigt rechtliche Schritte an.

Die Bauleitplanung sieht auf dem Gelände den Aufbau von Importinfrastruktur für verflüssigte Gase vor. Bis voraussichtlich 2045 wird damit ein fossiler Lock-in festgeschrieben, der als “Brückentechnologie” zum Übergang für grüne Gase bezeichnet wird. Der Bundesrechnungshof empfiehlt mittlerweile jedoch einen Realitätscheck für den stockenden Wasserstoffhochlauf, der den Import von fossilem LNG ablösen soll.

Für den Bau der Industrieanlagen liegt dem Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg bereits ein Antrag auf vorzeitigen Maßnahmenbeginn vor. Nach Bekanntgabe der Ratsentscheidung rechnet das Schutzbündnis im Laufe der nächsten Woche mit ersten Eingriffen in das Naturschutzgebiet. Um irreversible Schäden am Naturschutzgebiet zu verhindern, wird das Bündnis einen Eilantrag gegen den schon angekündigten vorzeitigen Maßnahmenbeginn stellen. 

Prof. Dr. Holger Buschmann, Landesvorsitzender des NABU Niedersachsen: 

„Die Entscheidung der Stadt Wilhelmshaven ist ein schwerer Schlag für den Natur- und Artenschutz. Mit der Freigabe des Voslapper Groden-Nord für industrielle Bebauung wird eines der wertvollsten Schutzgebiete Niedersachsens unwiderruflich zerstört und das für ein Projekt, welches weder nachhaltig noch zukunftsfähig ist. Hier wird mit vermeintlich grünen Versprechungen Augenwischerei betrieben, während in Wahrheit fossile Infrastruktur auf Kosten unserer letzten Rückzugsräume für seltene Arten durchgedrückt wird.
Wir werden nun den juristischen Weg bestreiten müssen und alles daran setzen, dieses naturzerstörerische Vorhaben zu stoppen.“

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH:

“Mit seinen Beschlüssen erfüllt der Stadtrat Wilhelmshaven die Wunschliste der Industrie. Entgegen den Behauptungen der Vorhabenträgerin, handelt es sich bei dem Energiepark nicht um ein innovatives Projekt: Tatsächlich wird vor allem klassisch fossile Infrastruktur errichtet. Statt die Projektbestandteile gründlich auf ihre Zukunftsfähigkeit zu prüfen, winkt der Rat die Zerstörung des Voslapper Groden-Nords durch und ebnet damit dem Großprojekt im Natur- und Vogelschutzgebiet den Weg. Statt die Energiewende voranzutreiben, wird damit ein sensibler Schutzraum für gefährdete Arten zerstört und fossile Abhängigkeiten verlängert. Dagegen gehen wir als Bündnis rechtlich vor.”

Susanne Gerstner, Vorsitzende des BUND Niedersachsen

“Wir bedauern, dass der Stadtrat der Zerstörung des EU-Vogelschutzgebietes Voslapper Groden Nord zugestimmt hat. Diese Entscheidung bedeutet die unwiderrufliche Vernichtung eines einmaligen, historisch gewachsenen Lebensraums von europaweiter Bedeutung – denn es gibt aktuell keine geeigneten Ersatzflächen für die dort vorkommenden Tier- und Pflanzenarten. Angesichts des ungebremsten Artensterbens in Niedersachsen, Deutschland und Europa wird der Stadtrat Wilhelmshaven seiner Verantwortung nicht gerecht. Im Gegenteil: Der Beschluss steht im Widerspruch zum notwendigen Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen."

Sensibles Naturschutzgebiet und EU-Vogelschutzgebiet in Wilhelmshaven droht fossilem Industriepark geopfert zu werden

NABU Niedersachsen, Deutsche Umwelthilfe und der BUND Niedersachsen schließen Schutzbündnis für den Erhalt des Naturschutzgebiets „Voslapper Groden-Nord“

Am 21. Januar entscheidet der Stadtrat über die Zukunft des Naturschutzgebietes und EU-Vogelschutzgebietes, vorher stehen bereits Entscheidungen verschiedener Ratsausschüsse an

Berlin, 12.01.2026: Der NABU Niedersachsen, die Deutsche Umwelthilfe und der BUND Niedersachsen haben sich zu Jahresbeginn in einem Bündnis für den Erhalt des Naturschutzgebiets Voslapper Groden-Nord zusammengeschlossenen. Mit großem Nachdruck verfolgt die Stadt Wilhelmshaven aktuell den Plan, den Voslapper Groden-Nord – eines der wertvollsten Naturgebiete der Region – für industrielle Bebauung freizugeben. Die belgische Firma Tree Energy Solutions (TES) und ihr Joint Venture Deutsche Grüngas und Energieversorgung GmbH (DGGEV) stehen bereits in den Startlöchern, um auf der Fläche des Naturschutzgebietes u.a. eine Anlage für den Import von fossilem LNG zu errichten.

Das Schutzbündnis der Umweltverbände kündigt an, wenn nötig auch auf dem rechtlichen Weg, gegen diese vollständige Entwertung der Fläche vorzugehen. Für die Realisierung des Projektes müssen der Flächennutzungsplan, der Bebauungsplan sowie die Naturschutzgebiets-Verordnung Voslapper Groden-Nord geändert werden.

Prof. Dr. Holger Buschmann, Landesvorsitzender des NABU Niedersachsen: „Während die Artenvielfalt weltweit und auch in Niedersachsen weiter dramatisch zurückgeht, geraten unsere natürlichen Lebensgrundlagen zunehmend ins Wanken. In dieser Situation ein einzigartiges Schutzgebiet wie den Voslapper Groden-Nord ausgerechnet für industrielle Interessen zu opfern, wäre ein fatales Signal. Schon heute läuft ein Vertragsverletzungsverfahren der EU-Kommission gegen Deutschland wegen der mangelhaften Umsetzung der Vogelschutzrichtlinie. Niedersachsen hinkt dabei besonders hinterher. Eigentlich müssten neue Schutzgebiete ausgewiesen werden, nicht bestehende gestrichen. Ein so bedeutendes Vogelschutzgebiet zu opfern, ohne dafür einen gleichwertigen Ausgleich zu schaffen, wäre ein EU-weiter Präzedenzfall mit unabsehbaren Folgen - auch für das Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof.“

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH:Die Pläne für einen Import-Industriepark in Wilhelmshaven werden vollständig auf Kosten des Biodiversitäts- und Naturschutzes gemacht. Die Stadt will hier ein wichtiges Schutzgebiet für seltene und vom Aussterben bedrohte Vogelarten komplett entwerten. Alternative Umsetzungsmöglichkeiten, bei denen sich das Projekt auf tatsächlich grüne Produkte beschränkt und Synergien mit bestehender Industrie und den dafür vorhandenen Flächen in Wilhelmshaven nutzt, wurden nicht geprüft. Der Großteil des geplanten Energieparks hat nur einen grünen Anstrich, bedient letztlich aber vor allem fossile Interessen.“

Susanne Gerstner, Landesvorsitzende des BUND Niedersachsen:Ein international bedeutendes Schutzgebiet wie der Voslapper Groden-Nord ist eindeutig der falsche Standort für die Realisierung großflächiger Industrievorhaben. Für dieses einmalige Brut- und Rastgebiet mit seinen bedrohten Vogelarten wie Rohrdommel und Blaukehlchen gibt es weder in Wilhelmshaven noch in der Region geeignete Ausgleichs- oder Ersatzflächen. Ein solches Gebiet mit seinem herausragenden Arteninventar kann nicht einfach verlegt und darf deshalb nicht für die wirtschaftlichen Interessen einzelner Konzerne aufgegeben werden.

Hintergrund:

Das Naturschutzgebiet „Voslapper Groden-Nord“ ist seit 2007 geschützt und ein international bedeutendes Brut- und Rastgebiet bedrohter Vogelarten. Besonders geschützte Arten wie die Rohrdommel, das Blaukehlchen, und der Schilfrohrsänger sind dort zu Hause. Die Firma Tree Energy Solutions, hat bereits seit längerer Zeit Interesse an dem sensiblen Gebiet geäußert.

DANKE

Im Rahmen des Beteiligungsverfahrens im September 2025 zum Projekt Voslapper Groden Nord sind insgesamt 55 Stellungnahmen eingegangen.
Darunter:

  •  2 Stellungnahmen von den unteren Behörden der Stadt,
  • 18 private Stellungnahmen – von EUCH! Vielen Dank für euer starkes Engagement,
  • 35 Stellungnahmen von Trägern öffentlicher Belange (TÖB).

Euer Einsatz hat gezeigt, wie wichtig vielen Menschen eine kritische, aber sachliche Auseinandersetzung mit der Entwicklung am Voslapper Groden Nord ist.
Vielen Dank an alle, die sich beteiligt, recherchiert, formuliert und eingereicht haben!

Unterstützt unseren Einsatz für den Voslapper Groden Nord!

Wir sind eine kleine, aber sehr aktive BUND-Kreisgruppe – mit großem Engagement, aber begrenzten Mitteln.
Um uns weiterhin auf allen Ebenen – fachlich, juristisch und öffentlich – für den Erhalt des Voslapper Groden Nord einsetzen zu können,
sind wir auf Eure Spenden und Unterstützung angewiesen.

Jeder Beitrag hilft uns, die Natur vor Ort zu schützen, Verfahren kritisch zu begleiten und unabhängige Umweltarbeit in Wilhelmshaven möglich zu machen.

Empfehlung

Radiosendung bei Radio Jade: Fo(u)r Future

Hier haben sie das Thema Voslapper Groden-Nord für euch mit auf dem Schirm! Die Sendung nimmt euch mit durch alles, was bisher passiert ist, und zeigt, wie der aktuelle Sachstand aussieht.

Sendezeiten:

  • 1. & 3. Sonntag im Monat: 13:00 – 15:00 Uhr
  • 2. & 4. Sonntag im Monat (Wiederholung): 11:00 – 13:00 Uhr

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