Was ist der Voslapper Groden-Nord?
Liebe Wilhelmshavener Bürger*innen,
Wir möchten euch auf ein Thema aufmerksam machen, das uns schon seit langer Zeit bewegt: den Voslapper Groden-Nord. Einige von uns setzen sich erst seit kurzer Zeit intensiv mit diesem besonderen Schutzgebiet auseinander, während andere es bereits seit vielen Jahren begleiten – doch uns alle verbindet die gleiche Faszination. Diese Begeisterung entsteht vor allem durch die außergewöhnliche Artenvielfalt, die in diesem Gebiet zu finden ist. In einem vielfältigen Mosaik aus unterschiedlichen Lebensräumen und selten gewordenen Biotopen leben zahlreiche Tierarten, die viele Menschen zuvor noch nie zu Gesicht bekommen haben. Dazu gehört beispielsweise die grün gefleckte Smaragdlibelle, die mit ihrer enormen Geschwindigkeit zu den beeindruckendsten Flugkünstlern zählt und oft als „Jägerjet“ unter den mitteleuropäischen Insekten beschrieben wird.
Gerade heute wird immer deutlicher, wie wichtig es ist, diesem einzigartigen Naturraum Aufmerksamkeit zu schenken und ihn gemeinsam zu schützen. Der Voslapper Groden-Nord liegt im Norden Wilhelmshavens und ist ursprünglich nicht auf natürliche Weise entstanden. In den 1970er Jahren wurde das Gebiet durch Eindeichung und das Aufspülen von Sand aus dem Jade-Fahrwasser künstlich geschaffen, da man dort große Industrieansiedlungen plante. Diese Vorhaben wurden jedoch nur teilweise umgesetzt: Während ein kleiner Bereich bebaut wurde, blieb der größte Teil der Fläche ungenutzt.
Genau diese ungenutzten Flächen ermöglichten es der Natur, sich das Gebiet nach und nach zurückzuerobern. Auf dem aufgeschütteten Untergrund entwickelten sich im Laufe der Zeit unterschiedlichste Lebensräume, darunter Schilfröhrichte, Feucht- und Trockenrasen, kleine Gewässer, Dünenlandschaften sowie Weiden- und Gebüschbereiche. Diese abwechslungsreiche Struktur schafft heute ideale Bedingungen für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten und bietet ihnen wertvolle Rückzugsorte.
Von besonderer Bedeutung ist der Voslapper Groden-Nord zudem als EU-Vogelschutzgebiet und als Teil des europaweiten Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Seltene und bedrohte Vogelarten wie die Rohrdommel, das Tüpfelsumpfhuhn oder das Blaukehlchen finden hier geeignete Lebensräume und können sich unter günstigen Bedingungen entwickeln.
Insgesamt zeigt der Voslapper Groden-Nord eindrucksvoll, wie sich selbst eine ursprünglich künstlich geschaffene Industriefläche zu einem ökologisch wertvollen Naturraum von europäischer Bedeutung entwickeln kann, wenn man der Natur Zeit und Raum lässt.
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